Früher waren Blaudruckstoffe die Alltags- und Arbeitskleidung im Burgenland. Heute ist unsere Werkstatt (neben einem Betrieb im Mühlviertel) eine der letzten in Europa, wo seit Generationen Stoffe bedruckt und mit Indigo gefärbt werden.

Der Name Blaudruck ist nicht ganz richtig, da nicht blau gedruckt, sondern blau gefärbt wird. Mit alten Holzmodeln wird der Papp auf den Stoff aufgetragen und nach dem Färben wieder ausgewaschen. So entsteht ein weißes Muster auf blauem Grund.

Unsere Model sind teilweise über 200 Jahre alt und aus Birnen- oder Lindenholz geschnitzt. Zur Musterverfeinerung dienen Messingstifte.

Die Zusammensetzung des Papps ist das gutgehütete Geheimnis des Blaudruckers. Es gibt nur wenige schriftliche Aufzeichnungen. Jeder hat sein eigenes Rezept und es wird von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
Gummiarabikum und Tonerde sind die Hauptbestandteile, so viel sei verraten.

Nach dem Bedrucken müssen die Stoffe (Leinen, Baumwolle, Seide) ca. drei Wochen trocknen, ehe es ans Färben geht. Auf kleinen Messinghaken wird die Ware in den Sternreifen gespannt. Die an den Rändern entstehenden kleinen Löcher sind typisch für diese Art der Färbung.
Wasser, Indigo und Kalk sind die Hauptbestandteile der Küpe. Der Färbevorgang kann je nach Intensität des gewünschten Blautons bis zu vier Stunden betragen. Anschließend wird der Papp ausgewaschen und der Stoff im Freien getrocknet.

Unsere Spezialität sind die Doppeldrucke, die auf Vorder- und Rückseite je ein anderes Muster aufweisen. Diese werden mit einer alten Walzendruckmaschine, von Hand betrieben hergestellt.

Heute erfreuen sich unsere Blaudrucke wieder neuer Beliebtheit.
Obwohl der Aufwand groß ist, macht die Arbeit Freude und der Zuspruch unserer Kunden bestärkt uns.

Original Indigo Blaudruck Koo, Steinberg, Burgenland, Österreich